Géraldine Hélène Schramm
Géraldine Hélène Schramm    

heimwehabend Hamburg

Foto Dieter Ungelenk

 

Coburger Tageblatt- 16. April 2011

(Jochen Berger)

 

Meine Braut ist die See, nur ihr kann ich treu sein

 

Wer braucht da noch Fernsehen?! Wer muss da noch Sehnsucht haben nach einer großen samstäglichen TV Unterhaltungsshow? Es darf geschunkelt werden, es darf mitgesungen werden. Für Freunde des

maritimen Liedgutes ist dieser Abend ein unvermutetes Wunschkonzert.

Und wer „La Paloma“ dann doch nicht für die ultimative Perle subtiler Gesangskunst halten mag, kann sich erfreuen an der skurrilen Ironie, mit der diese Melodie serviert und spielerisch begleitet wird. Nordisch gab sich am Donnerstag der Abend in der Reihe „Freistaat Coburg“ in der Reithalle.(...) Geraldine Schramm (…) richtete dazu einen kulinarisch- komödiantischen Klischee- Eintopf an, der kaum ein Attribut vergaß, das dem Norddeutschen nachgesagt, angedichtet oder auch mit Recht zugeschrieben wird. Von Hans Albers bis hin zur feierlich gehissten St.-Pauli-Totenkopf-Flagge reichte das Spektrum der Zutaten, immer wieder bereichert durch musikalische Beiträge. Stimmgewaltige Überraschungsgäste in der ausverkauften Reithalle: die Mannen des Coburger Seemannschores. (...)

Sie lieferten gewissermaßen den Soundtrack für diese theatralische Reise gen Norden. Als Stichwortgeber des Abends agierten zwei Mitglieder des Schauspielensembles, die per umgehängtem Schild als „echter Hamburger“ und als„echter Sylter“ firmierten: Frederik Leberle (als Olli Dittrich-Double) und Sönke Schnitzer. Diese Zutaten, durch den theatralischen Fleischwolf gedreht, führten schließlich zu einer gemeinsam servierten großen Portion Labskaus. Guten Appetit. (...)

 

 

 

 

 

Fotos: Jochen Berger

Neue Presse - 16. 04. 2011

 

Nordlichter Funkeln im Freistaat Coburg

 

Maritimes Flair zählt zwar nicht zu den Vorzügen der Vestestadt, doch selbst hier im tiefsten Binnenland liegt manch gestrandeter Seefahrer auf dem Trockenen.

Am Donnerstag schlugen sie höher, die Hanseatenherzen in der fränkischen Diaspora, denn in der ausverkauften Coburger Reithalle floss der Rum und köchelte der Labskaus, waschechte Matrosen snakkten plattdütsch und priesen aus voller Kehle die Mädels und den Schnaps. Im Freistaat Coburg,

der monatlichen Nische fürs Schräge und Spontane, machten diesmal junge Nordlichter aus dem Ensemble unter Geraldine Schramms fantasievoller Regie ihrem Heimweh schunkelnd Luft. Frederik Leberle, echter Hamburger im Ditsche-Bademantel-Look, seine schrille Waterkant-Kollegin Verena Usemann und das Sylter Original Sönke Schnitzer hatten die St.-Pauli-Flagge gehisst und stilechte Verstärkung angeheuert: Mit dem stimmgewaltigen Coburger Seemannschor legten sie nach nur einstündiger gemeinsamer Probe eine launige Crossover-Show aus Shanty und Rap, Talk und Trash auf die Planken der Reithalle. Helmut Schulz, den die Liebe von den sieben Weltmeeren nach Coburg

verschlug, klönte von der mehr oder minder christlichen Seefahrt, der Freddy Quinn aus Lautertal, Arnold Fischer, brachte mit "La Paloma" die Herzen zum Schmelzen, Johanna Mertl und Jessika Puschak mit Reeperbahn-Charme das Publikum zum Mitsingen und drei Tänzerinnen aus Daniel Cimpeans Move & Dance-Center entzückten die Zuschauer mit einer Balletteinlage. (...)

Foto: Ungelenk

Druckversion Druckversion | Sitemap
© les-merveilles